Antigentests auf SARS-CoV-2

Abrechnungsmöglichkeiten nach GOÄ

Im Rahmen der Testungen auf SARS-CoV-2 spielen Antigentests eine immer größere Rolle. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat auf seiner Homepage eine Liste veröffentlicht: Liste der Antigentests

Mit der Anwendung dieser Tests ist auch die Frage verbunden, mit welcher Nummer die Leistung abgerechnet werden kann. In der seit 1996 im Wesentlichen unveränderten GOÄ sind die Schnelltests nicht abgebildet. Die für die PCR-Diagnostik angesetzten GOÄ-Nrn. 4780, 4782, 4783 und 4785 können nicht angesetzt werden.

Analoge Bewertung
Nach § 6 Abs. 2 GOÄ in Verbindung mit Nr. 8 der Allgemeinen Bestimmungen zu Abschnitt M kann für eine nicht im Gebührenverzeichnis enthaltene Laboruntersuchung die nach Art, Kosten- und Zeitaufwand zutreffendste Gebührennummer aus den Abschnitten M II (Basislabor), M III oder M IV (Speziallabor) verwendet werden.

Reagenzkosten als Grundlage
Als Schwierigkeit bei der Wahl der richtigen Position erweisen sich die teilweise erheblichen Unterschiede bei den Kosten im Einkauf der Tests. § 10 Abs. 2 Nr. 2 GOÄ verbietet ausdrücklich die Berechnung von Reagenzien als Auslage. Diese Vorschrift wird zudem noch in den Allgemeinen Bestimmungen zu Abschnitt M bekräftigt, nach denen die Kosten mit den Gebühren für die berechnungsfähigen Leistungen abgegolten sind (vgl. GOÄ, Abschnitt M, Nr. 1 Satz 2).

Auch wenn die GOÄ gleichermaßen die Kriterien „Art, Kosten- und Zeitaufwand“ vorgibt, ist bei den Schnelltests in erster Linie die Höhe der Reagenzienkosten maßgebend, da die anderen Kostenanteile (z. B. Geräte- und Personalkosten) wegen der einfachen und schnellen Testdurchführung von geringem Gewicht sind (vgl. Deutscher Ärzteverlag, Kommentar zur GOÄ, Online, Abschnitt M, Nr. 8, Randnr. 3).

Ermessensentscheidung
In welchem Umfang die Kosten der Reagenzien überschritten werden dürfen, ist nicht geklärt. Hierzu gibt es weder Vorgaben des Verordnungsgebers noch eine richtungsweisende Rechtsprechung. Daher bleibt es eine Ermessensentscheidung des Leistungserbringers, die vom Aufwand im Einzelfall abhängig gemacht werden muss. Einkaufspreis und Gebühr sollten in einem adäquaten Verhältnis zueinander stehen.

So könnten beispielsweise bei Kosten bis 10,- Euro die GOÄ-Nr. 4644 oder 4680 (Mittelwert jeweils 16,76 Euro) bzw. zwischen 10,- und 15,- Euro die GOÄ-Nr. 4668 (Mittelwert 22,12 Euro) in analogem Abgriff in Ansatz gebracht werden.